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Neue Fähigkeiten

Ich bin in den letzten Wochen nicht nur gewachsen, ich habe auch meine sprachlichen Fähigkeiten ausgebaut. So habe ich zwei neue Kompetenzen erworben: das Widersprechen und das Diskutieren. Ich selbst bin immer noch begeistert von diesem Gewinn, meine Eltern weniger.Ich frage zum Beispiel sehr freundlich nach, wenn ich den Grund für eine Handlung nicht einsehe und erwarte dann von meinen Eltern, dass sie es mir erklären. Zusätzlich führe ich nicht mehr jeden Befehl einfach so aus, sondern hinterfrage dies, oder entwickele sogar einen Alternativplan.Zwei Beispiele:1)Mama möchte, dass ich eine Mütze trage und bittet mich, diese aufzuziehen.2)Ich frage interessiert und freundlich nach, warum ich das tun soll.3) Mama antwortet unfreundlich, dass es draußen kalt sei und ich deshalb die Mütze aufziehen solle.4) Ich gehe in den Flur, mache die Tür auf und überprüfe die Außentemperatur. Dann teile ich Mama freundlich mit, dass es gar nicht kalt sei.5) Mama sagt noch unfreundlicher, dass ich nicht diskutieren soll, und endlich die Mütze aufziehen soll.6) Ich werde nun auch bockig und ziehe mir eine Unterhose auf den Kopf.Beispiel Zwei:1) Ich spiele friedlich und konzentriert mit meinen Autos. Papa stört mich und bittet mich, den Tisch zu decken.2) Ich sage Papa, dass ich keine Lust habe, da ich mit den Autos spiele und er mich stört.3) Papa hält einen pädagogischen Vortrag, dass jeder in der Familie Aufgaben habe und bla bla bla.4) Ich sage, dass ich keine Lust habe.5) Papa sagt, dass er dann meine Autos wegwirft (?????).6) Ich helfe widerwillig beim Tischdecken, da es ja wohl nicht nachhaltig ist, Autos wegzuwerfen und dann neue Autos zu kaufen. Dabei sage ich: Du A.7) Papa schimpft mit mir, weil ich ihn beleidigt haben soll?8) Ich sage zu ihm, dass ich A gesagt habe und nicht Arsch.Ich finde, diese zwei Beispiele belegen sehr gut, dass ich meine neuen Fähigkeiten sehr genieße. Mama ist allerdings etwas in Sorge und Papa beschwert sich ständig bei Mama. Warum nur?

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Husterix am langweiligen Sonntag

Gestern Abend wurde mein Husten leider wieder schlimmer, aber Mama und ich versuchten, dies zu ignorieren. Dies gelang uns auch ganz gut. Papa war währenddessen im Fußballstadion und guckte Leverkusen gegen Werder Bremen. Unverschämterweise spielten diese erst um 18:30 Uhr, so dass ich nicht mitkommen konnte. In der Nacht wurde mein Husten dann schlimm und ich bekam schlecht Luft. Das kennen wir ja bereits und so unhalierte ich mehrmals mit Salbutamol, was wirklich schnell half. Circa drei Stunden hatte ich dann Ruhe vor dem Husten, bevor mir wieder die Luft wegblieb. Wenigstens brauchte ich kein Cortison und das ist gut. Am Morgen war der Husten dann auch schon wieder weg und ich war beinahe der Alte. Das ist so verrückt. Dennoch war der Sonntag öde. Mama und Papa absolvieren ihr Sportprogramm. Das heißt, den Vormittag verbingt Mama mir und den Nachmittag Papa. Sie spielen dann auch mit mir, oder wir gehen raus, allerdings spielen sie viel zu wenig mit mir. Mama hat zum Beispiel nur mit mir die Eisstäbchen mit Wasserfarbe bemalt. Das hat vielleicht eine Stunde gedauert. Den Rest der Zeit sollte ich alleine spielen, oder mich mit Freunden treffen. Unverschämt, oder?

Am Nachmittag ist Papa dann mit mir und Baby Bulls zum Kiosk gefahren und wir haben Eis gegessen. Das ist schon besser, aber auch er spielt nicht genug mit mir.

Meine Eltern sind also sehr schwierig und anstrengend. Bitte unterstützt mich doch in dieser Sache. Ich bin ein Kind und man muss mit mir spielen, nach meinen Regeln! Aber meine Eltern tun sich leider sehr schwer damit, sich unterzuordnen oder einzuordnen.

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Abschlusswanderung in Wollseifen

Unsere Ferien sind vorbei, ich selbst bin ja ab Dienstag wieder arbeiten gegangen und Mama und Papa haben zu Hause „gearbeitet“. Ehrlich gesagt, bin ich da sehr misstrauisch, denn sie sind Rennrad gefahren, waren Sushi essen und lagen lange im Bett. Für mich klingt das nicht nach Arbeit. Aber ich gehe aktuell sehr gerne in den Kindergarten und daher stört es mich nicht.Am Freitag war ich allerdings krank. Was habe ich wohl? Natürlich Husten und eine Erkältung. Ich habe mich aber selbst bei Frau Bayal am Telefon krank gemeldet. Mama und Papa sind noch immer ganz beeindruckt und sagen immer wieder, dass ich einen riesigen Sprung gemacht habe. Dabei springe ich doch gar nicht?Heute sind wir, trotz Husten und Schnupfen, in die Eifel gefahren. Auf dem Hinweg gab es auf der A1 einen sehr schlimmen Unfall und wir standen eine Stunde im Stau. Ein Motorradfahrer war in die Gegenspur geschleudert worden. Stellt euch dies einmal vor: Ihr fahrt auf der Autobahn und auf einmal fliegt euch ein Motorrad, inklusive Fahrer, entgegen. Es kam auf jeden Fall ein Hubschrauber und alles hat sehr lange gedauert. Uns hat es sehr erschrocken, denn an der Unfallstelle selbst lagen noch der Helm und die Schuhe des Fahrers.Zum Glück lenkte die wunderschöne Eifel uns ab. Wir parkten unser Auto am Parkplatz außerhalb von Vogelsang (dieser Parkplatz ist nämlich gratis) und wanderten von dort nach Wollseifen. Wollseifen besuchen wir einmal im Jahr, meistens im Sommer. Natürlich machten wir in Wollseifen wieder unser traditionelles Foto und wanderten dann weiter zur Senfmühle. Diese Wanderung hatte Mama selbst entwickelt und sie gefiel uns gut. Es fing allerdings sehr bergauf und bergab. Aber schaut selbst: die Bilder sprechen für sich…

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Tag 8 und 9 in Frankreich: Rückkehr im Dauerregen (!!!)

Da die Strecke von Saintes Marie de la Mar bis nach Frechen sehr weit ist, beschlossen wir die Etappe zu teilen und an zwei Tagen zurück zufahren. Dies sind dann pro Tag circa 500 Kilometer, also fünf Stunden Autofahrt.Der Zwischenstopp war, wie auf der Hinfahrt auch, Dijon – und dies kann ich auch nur empfehlen. Eigentlich wollten wir unterwegs noch einen Zwischenstopp in Lyon machen und ein Museum angucken, aber wir konnten dort nicht parken und unterließen dies leider. Schade, denn das Museum hatte sich spannend angehört. Es heißt Confluense und laut der Homepage gibt es dort alles zu sehen – es geht um die Entstehung von Allem und dem Menschen im Mittelpunkt von Allem. Dies hat sich so hochtrabend angehört, daher wollten wir da auch hin. Wir müssen also noch einnmal nach Lyon und dieses geheimnisvolle Museum ergründen.Kurz vor Dijon fing es plötzlich an zu regnen und es hörte den ganzen Abend nicht auf. Ehrlich gesagt, goss es literweise und wir konnten daher nur in unser Hotel einchecken (ein altes und schrottiges Hotel an der Autobahn) und den Abend im Zimmer verbringen. Mama und Papa nahmen es mit Humor und tranken Bier aus Plastikgläsern. Ich malte und malte und war daher zufrieden. Das Malen ist wirklich meine große Leidenschaft und ich verarbeite alle meine Erlebnisse. Aktuell male ich Toiletten, natürlich mit Brille!Am Abend speisten wir ausgezeichnet im Hotel. So schlecht es aussah und eingerichtet war, so lecker war das Essen.Am nächsten Tag fuhren wir zeitnah weiter und machten kurz vor Luxemburg an einem Hypermarche Halt. Wir kauften alle möglichen leckeren Sachen ein, zum Beispiel Bier, Wein, Aufstriche, Suppen und natürlich Magdalenas. Mama und ich aßen noch leckere Baguettes in einer Boulangerie und nahmen Abschied von Frankreich, mit all seinen Köstlichkeiten. Papa fuhr währenddessen wie wild über den Parkplatz und ärgerte über etwas, was er uns bis heute nicht sagen möchte. Selbst schuld, er hat die leckeren Baguettes verpasst!Danach ging es über Luxemburg und über nervige Landstraßen zurück nach Hause. Zu Hause packten Mama und Papa aus und was tat ich – ich malte ;-).

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Theodors Frankreichtipps

Dies war unser erster Urlaub in Frankreich und wir sind um einige Erfahrungen reicher. Da wir planen, wiederzukommen, möchte ich einige Tipps festhalten. Vielleicht sind sie ja auch für euch hilfreich:

  1. Man muss kein Französisch sprechen können, wenn man in Frankreich ist! Dies ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis des Urlaubs. Alle Franzosen, denen wir begegnet sind, waren ausgesprochen hilfsbereit und freundlich. Immer wieder habe ich etwas geschenkt bekommen, oder mir wurde der Eintritt erlassen. Ich erinnere außerdem an die netten Polizisten, die extra auf uns gewartet haben, um uns zu sagen, dass unsere Fahrräder nicht mehr richtig am Trailer befestigt waren. Dennoch kann es nicht schaden, einige einzelne Wörter zu verstehen. Ich empfehle hierzu eine App auf dem Handy.
  2. Das Wetter ist nicht immer gut! Auch wenn es in Reiseführern stets heißt, die Provence sei sonnig und warm, so gilt dies nicht zwangsläufig für den Oktober. Ein Urlaub im Campster ist grenzwertig, wenn das Wetter nicht richtig gut ist. Nachts kann es kalt werden und es wird auch schon früh dunkel. Sobald die Sonne weg ist, ist es ziemlich kalt und man kann dann nicht mehr draußen sitzen. Dies haben wir nicht bedacht – vor allem wird es erst um 8 Uhr hell und ab 19 Uhr ist es wieder dunkel. Für den nächsten Herbsturlaub sollten wir daher wärme Kleidung einpacken. Ich empfehle bequeme Stoffhosen und dünne Pullover. Kurze Hosen konnte ich nur einen Tag tragen!
  3. Täglich wechselnde Orte mit dem Campster sind zu anstrengend, wenn man zu dritt und mit einem Fahrradanhänger reist. Diese Erkenntnis ist ebenfalls neu für uns und es ist gut, dass wir dies nun wissen. Wir haben einfach zu viele Sachen mit, wenn wir zu dritt reisen und der Stauraum ist in dem Auto begrenzt. Außerdem muss mindestens eine Person unten schlafen, so dass wir auch nicht genug Kofferraumplatz haben und ständig das untere Bett auf- und zu klappen. Bei einem täglichen Ortswechsel müsste man daher viel umräumen. Fakt ist: Nur wer alleine reist, oder maximal zu zweit reist, kann täglich die Orte wechseln.
  4. Es gibt viele kulinarische Köstlichkeiten, aber einige Dinge haben wir auch vermisst. Beginnen wir mit den leckeren Dingen: Baguette, Croissants und allgemein Backwaren sind köstlich. Besonders empfehlenswert sind die überbackenen Käsebrötchen. Man kann sich sogar den Käse aussuchen! Weiterhin gibt es viele Lebensmittel, die der spanischen Küche ähneln. So gibt es Chorizo und Magdalenas und jede Menge Oliven. Mama ist besonders angetan von den 1 Liter Bierflaschen im Glas, die es in einer Vielzahl von Sorten gibt und Papa schmeckt der Französische Wein (Rot und Rose). Er hat bisher keinen schlechten Wein getrunken und extra in der Apotheke nachgefragt, ob er trotz Schmerzmitteln Wein trinken (die Antwort war natürlich ja 😉 ). Negativ fällt uns auf, dass es kaum Fischstände gibt. Aktuell wohnen wir direkt am Meer und in der Hafenstadt Saintes Marie de la Mar, aber es gibt kaum Fisch zu kaufen. Selbst auf dem Markt gab es keinen Fischstand. Außerdem ist die Auswahl an Obst und Gemüse sehr gering. Wir hatten gedacht, dass es hier alle möglichen Früchte gibt, wie Melone, Erdbeeren usw. Stattdessen gibt es hier eher Kohlsorten und Rüben?
  5. Reisen im Herbst lohnt sich, weil es nicht voll ist. Wir sind überrascht, wie wenig Touristen sich in die Provence verirrt haben. Überall stehen die riesigen Parkplätze leer und lassen uns nur erahnen, was im Sommer hier wohl los ist. Angeblich sollen in das Dorf Gordes über 500 Tagestouristen kommen und alle Autostraßen voll mit Touristen sein. Auch auf den Campingplätzen herrscht dann Hochsaison und man muss bereits Monate vorher reservieren, um überhaupt einen Platz zu bekommen. Jetzt, im Herbst, ist es überall herrlich ruhig und man bekommt definitiv einen Parkplatz und einen Stellplatz. Zusätzlich ist alles günstiger.
  6. Fazit: Eine Reise nach Südfrankreich ist lohnenswert. Es gibt unfassbar viel zu sehen, ohne dass man lange mit dem Auto fahren muss. So waren wir in Avignon, in Arles, in Gordes, in Fontaine de Vacluse und in der Carmargue – alles in einem Radius von circa 100 Kilometern. Fahrradwege für Kinder sind aber Mangelware. Da hat es mir am Gardasee besser gefallen. Hier verlaufen die Fahrradwege in der Regel an der Autostraße entlang und das ist mir und auch Babybulls zu gefährlich.

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Tag 7 in Frankreich: Wanderung durch den Naturpark

Heute war es leider wieder bewölkt, aber immerhin regnete es nicht. Trotzdem darf man aktuell keinen Blick auf die Wettervorhersage werfen, denn für die komplette nächste Woche ist Regen vorhergesagt! Verrückt, wir haben wirklich Pech mit dem Wetter in diesem Jahr! Sehen wir es aber positiv: Es ist weiterhin besser als vorhergesagt und ab und zu ließ sich heute sogar die Sonne blicken. Man kann zwar nicht in kurzer Hose und T-Shirt herausgehen, aber immerhin ohne Jacke. Außerdem kann man mittags auf der Terrasse sitzen.Papas Rücken geht es wieder etwas besser. Er nimmt aber auch Schmerzmittel und hat eine neue Wärmesalbe aus der Apotheke. Daher unternahmen wir einen Ausflug in den nahe gelegenen Vogelpark der Camargue. Die Landschaft erinnerte in Teilen an die Mecklenburgische Seenplatte und war auch ähnlich einsam. Neu waren dafür die Flamingos, die wir in großer Anzahl antrafen. Mama und ich machten die Flamingos sogar nach, denn sie laufen sehr witzig. Spannend war auch, dass die Flamingos ihre Köpfe tief in den Dreck stecken und dann haben sie ganz schmutzige Köpfe. Insgesamt wanderten wir mehr als drei Kilometer durch den Park. Selbstverständlich lief ich die gesamte Strecke alleine. Dazu aßen wir immer wieder Magdalenas.Anschließend fuhren wir noch in die Stadt einkaufen. Wir fahren nämlich definitiv morgen zurück. Der Familienrat hat getagt und einheitlich entschieden und wir sind aktuell alle zufrieden mit der Entscheidung.Am Nachmittag unternahmen wir noch eine Strandwanderung und es war unfassbar windig. Ab und zu waren die Wellen sogar so hoch, dass man richtig nass wurde, wenn man nicht aufgepasst hat.Abends packten Mama und Papa dann einen Großteil des Autos. Mama brachte routiniert den Fahrradträger an und Papa half, wo er konnte. Ein Vorteil an Papas Rücken ist definitiv, dass Mama dies jetzt alles kann. Morgen müssen wir bis zehn Uhr den Bungalow verlassen. Die Endreinigung können wir dabei selbst übernehmen, allerdings fehlt uns eine richtige Putzausrüstung. Mama hat daher das Motto ausgerufen: „Wir putzen so, dass es so aussieht, als wäre es sauber“. Ich bin gespannt, wie sie dies macht.

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Tag 6 in Frankreich: Papas blöder Rücken und eine Schifffahrt auf der Rhone

Wir genossen die Nacht in unserem Ferienhaus. Mama schlief bei mir im Zimmer und wir standen gemütlich auf und aßen im Schlafanzug am Frühstückstisch leckere Magdalenas. Normalerweise kenne ich diese nur aus Spanien, aber irgendwie gibt es sie auch hier in Südfrankreich und das lasse ich mir natürlich nicht entgehen.In der Nacht hatte es mehrmals kräftig geregnet und gestürmt, es war also eine gute Idee, sich dieses Ferienhaus für drei Tage zu mieten. Wir waren also bester Laune und Papa ging eine Runde joggen und dabei passierte es: er trat doof auf und sein Rücken schmerzte wieder genauso schlimm wie in Dijon. Es ging ihm ab dann also wieder nicht gut und er konnte kaum sitzen.Trotzdem fuhren wir erst einmal in die Innenstadt von Saintes Marie de la Mar und besuchten eine Apotheke und den Wochenmarkt. Dieser war sehr klein, aber wir kauften dennoch ein paar Köstlichkeiten. Ich kaufte zum Beispiel ein leckeres Käsebrötchen, Mama und Papa mehrere Spezialiäten der Provence. Diese aßen wir dann zu Mittag. Danach fuhren wir zurück zum Ferienhaus und ruhten uns ein wenig aus. Leider wurde Papas Rücken nicht besser, sondern schlechter und daher zwangen mich meine Eltern wieder in die Stadt zu fahren, damit Papa einen Arzt besuchen konnte. Das ist in Frankreich aber gar nicht so einfach. Zwar gibt es hier Ärzte, aber man muss mit ihnen ein „Rondeveuz“ vereinbaren, und zwar per Telefon. Papa schaffte dies sogar, aber am Freitag ist wohl kein Arzt mehr erreichbar. Daher besorgte sich Papa in der Apotheke Schmerzmittel und Schmerzsalbe. Zum Glück sind die Südfranzosen sehr nett und hilfsbereit und wir man kann sich auch gut mit den Händen und Füßen verständigen. Mama fährt da übrigens eine ganz seltsame Strategie. Sie spricht immer einfach Deutsch und die Franzosen antworten dann auf Französisch, das versteht Mama sogar meistens. Trotzdem wäre es sinnvoll gewesen, wenn Mama die Körperteile gelernt hätte – diese Vokabeln hat sie immer ausgelassen und sich darüber aufgeregt, wozu man die Vokabel „Rücken“ oder „Bein“ wohl braucht. Hätte sie Mal diese Worte gelernt.Zurück zu Papas Rücken: Da kein Arzt Zeit hatte, unternahmen wir eine kleine Schifffahrt auf der Rhone. Diese mündet nämlich direkt um die Ecke in das Mittelmeer. Die Schifffahrt selbst war sehr nett, aber mir wurde es irgendwann zu langweilig. Ab und zu konnten wir Pferde und Stiere beobachten, aber ansonsten fuhren wir durch eine sumpfige Landschaft. Ich glaube aber, dass es Mama und Papa gefallen hat.Am Abend kochte Papa wieder lecker für uns und wir malten gemeinsam mehrere Bilder aus meinem Ausmalbuch aus. Beim Kochen schnitt sich Papa übrigens noch tief in den Daumen!!! Armer Papa. Er hat einen kaputten Rücken, einen Splitter im Finger und nun auch noch eine Schnittwunde am Daumen. Dem Rücken geht es aktuell etwas besser, aber dies kann auch an den Schmerzmitteln liegen. Wir überlegen daher, ob wir bereits am Sonntag zurückfahren und die kommende Woche in Frechen verbringen. Mit einem kaputten Rücken und nicht idealem Wetter ist es irgendwie ungünstig in einem engen Campster zu schlafen.P.S. Warum hat Peter Handke den Nobelpreis für Literatur bekommen? Ich habe heute den Gesprächen von Mama und Papa gelauscht und verstehe es auch nicht! Ich hoffe im nächsten Jahr gewinnt Rita den Nobelpreis für Literatur!

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Tag 5: Arles und die Carmague

Heute verließen wir unseren Campingplatz bei Avignon. Papas Rücken geht es immer besser und er konnte beim Abbau bereits helfen. Mama wird gleichzeitig immer routinierter und kann mittlerweile den Fahrradanhänger anbauen und die Fahrräder befestigen. Wir konnten daher bereits gegen zehn Uhr losfahren.Unser nächstes Ziel war die Camargue und der Ort Saintes Marie de la Mar. Vorher machten wir aber noch einen Stopp in der Stadt Arles. Zum einen mussten wir dringend Wäsche waschen und zum zweiten gab es eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten in Arles. So hat der Maler Vincent van Gogh längere Zeit in Arles verbracht und da ich aktuell Maler werden möchte (und nicht mehr Lehrer) interessierte mich dies wirklich. Ich suchte mir zum Beispiel in einem Souvenirladen ein sehr nettes Bild von Vincent van Gogh aus, welches ich in mein Zimmer hängen möchte. Wir besuchten außerdem die Irrenanstalt, in der Vincent van Gogh untergebracht war und das Cafe, welches er auf einem Bild gemalt hatte. Zusätzlich gingen wir wieder einmal zu einer römischen Amphitheater, aber das fanden wir langweilig. Sorry Rita, aber Thermen und Amphitheater kann man auch in Xanten besichtigen.Auf dem Rückweg hatten wir übrigens unheimliches Glück. Beinahe wären unsere Fahrräder geklaut worden. Wir hatten unser Auto leichtsinnigerweise in der Innenstadt geparkt und unsere Fahrräder auf dem Fahrradanhänger befestigt. Sie waren zwar gesichert, aber dennoch hatten Diebe versucht, sie herunterzureißen. Vermutlich wollten sie Mamas Rennrad – also Bulls – klauen. Zum Glück war mein Baby Bulls davor befestigt und sie hatten den armen Baby Bulls bereits etwas von der Befestigung gerissen, als die Polizei die Diebe erwischte. Es waren also noch alle Fahrräder da, als wir wiederkamen, allerdings war mein armer Baby Bulls halb von der Vorrichtung gerissen worden. Die französische Polizei hatte extra auf uns gewartet, um uns über den Vorfall zu informieren! Ist dies nicht nett? Wir hatten zuerst einen riesigen Schreck bekommen und dachten wir hätten einen Fehler beim Parken gemacht. Das könnt ihr bestimmt nachvollziehen, oder? Stellt euch vor, ihr kommt von einem Stadtausflug zurück und die Polizei wartet auf euch?Jedenfalls sind wir sehr angetan von der Freundlichkeit der Franzosen. Wir haben bisher nur nette und hilfsbereite Franzosen getroffen und dies obwohl wir kein Wort Französisch sprechen!Danach fuhren wir weiter nach Saintes Maries de la Mar, ans Meer. Der kleine Ort liegt inmitten einer Sumpflandschaft, an der Mündung der Rhone und gleichzeitig am Mittelmeer. Wir mieteten auf einem Campingplatz eine kleine Hütte, da das Wetter in den nächsten Tagen nicht ganz so gut werden sollte und wir alle Sehnsucht nach etwas mehr Platz hatten. Zusätzlich vermissten wir eine richtige Toilette, eine warme Dusche und ein bequemes Bett. All dies fanden wir in unserem kleinem Bungalow. Mama duschte erst einmal ausgiebig, ich genoss es ein eigenes Zimmer zu haben und spielte ausgiebig mit meinen Autos und Papa ging zwei Mal innerhalb von vier Stunden auf die Toilette!Wir fuhren noch mit dem Fahrrad einkaufen und ich ging mit Mama ans Meer. Ich tobte ausgiebig in den Wellen und Mama war ganz überrascht, wie mutig ich geworden bin. Vor einem Jahr hätte ich mich dies noch nicht getraut, so behauptet sie. Papa kochte lecker für uns (natürlich Fisch) und wir genossen es, den Abend im Haus zu verbringen. Campen ist ganz nett, aber auch sehr eng, vor allem wenn das Wetter nicht richtig warm ist.

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Tag vier: Ausflug in die Provence

Heute haben wir einen Ausflug in das Hinterland unternommen, Mama und Papa hatten dazu mehrere Dokumentationen gesehen und Mama wollte unbedingt nach Fontaine de Vacluse. Dort sollte es nämlich eine traditionelle Papiermühle geben, die noch heute Papier mit Hilfe von Wasserkraft herstellt. Außerdem entspringt dort der Fluss Sorgue in einer Karstquelle. Mama hat versucht uns das zu erklären, aber sie ist gescheitert und hat wohl im Grundstudium Geographie nicht gut genug aufgepasst.Die Nacht im Campster war übrigens wieder sehr kalt. Wir hatten zwar mittlerweile einen Schlafsack mehr, aber dennoch haben wir die Kälte in der Nacht etwas unterschätzt. Wir haben zum Glück einen kleinen Heizstrahler von Uroma, den wir morgens anmachen, wenn wir im Campster frühstücken. Ich bin übrigens ein großer Fan von französischen Croissants und habe – haltet euch fest – gleich zwei ganze Croissants verdrückt, und das obwohl mir die Toiletten in Frankreich definitiv nicht zusagen.Anschließend fuhren wir los. Leider mussten wir wieder mitten durch Avignion und als wir Fontaine de Vacluse erreichten war es noch immer richtig kalt. Wir gingen deshalb ausgerüstet mit Winterjacken in das kleine Bergdorf und besichtigten erst die Karstquelle und dann die Papiermühle. Zusammenfassend ist Fontaine de Vacluse eine Reise wert. Es ist ein wunderschönes Dorf und im Sommer soll die Karstquelle auch mehr Wasser tragen. Wir konnten dafür richtig in den Felsen herumklettern, denn die Quelle hatte kaum Wasser. Der Klimawandel ist einmal mehr sichtbar.Danach fuhren wir weiter nach Gordes, eines der schönsten Dörfer Frankreichs und dies kann ich nur bestätigen. Dummerweise stritten sich Mama und Papa erst einmal und das an einem Ort mit grandioser Aussicht und bei Sonnenschein. Ich habe keine Ahnung, warum sie stritten. Zum Glück haben sie sich bald wieder vertragen und wir konnten das Dorf und seine tolle Lage genießen. Wir aßen noch Eis und trafen auf der französischen Toilette mit Klobrille eine Amerikanerin aus New York. Sie schimpfte erst einmal über Trump und über den Brexit, bevor sie feststellte, dass ich einen Pullover mit der Aufschrift NYC (New York City) trug. Mama ist ja ein großer New York Fan und kleidet mich gerne diesbezüglich ein. Die Frau war ganz verzückt von meinem Pullover und lud mich gleich nach New York ein. Einmal mehr zeigt sich, wie nett Amerikaner doch sind! Mama hat ihr auch gleich erzählt, dass ich bereits in den USA war: da ist die Frau beinahe ausgeflippt vor Begeisterung und hat es erst einmal der Kanadierin hinter sich in der Kloschlange erzählt.Am frühen Nachmittag fuhr uns Mama zurück zum Campingplatz. Papas Rücken geht es zwar besser, aber langes Sitzen und Autofahrten sind weiterhin nicht gut für ihn. Wir kommen aktuell also nicht nach Hause und ich werde daher Papas Chef, Mamas Chefin und meinem Kindergarten eine Mail schreiben und und für die nächsten acht Wochen entschuldigen. Weihnachten planen wir dann die Rückkehr nach Deutschland. Ich denke, dies ist realistisch!Am Abend unternahmen wir noch ein richtiges Abenteuer. Wir fuhren im Dunkeln mit unseren Fahrrädern zum Pont du Gard. Es war wirklich stockdunkel und auch ein bisschen unheimlich. Dennoch lohnte sich die Aussicht, denn der Pont du Gard war beleuchtet und wechselte sogar die Farbe. Wir fragten uns allerdings ein weiters Mal wo all die Touristen geblieben sind, denn wir waren quasi alleine???? Falls ihr die Einsamkeit liebt, fahrt im Herbst nach Südfrankreich…

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Tag 3: Besuch in Avignon

Heute Nacht hat es richtig lange gewittert. Ich hatte aber keine Angst und habe Mama sehr gut unterhalten. Das war spannend: es hat mehrere Stunden geblitzt, gedonnert und geregnet. Papa hat oben geschlafen und fand es leider nicht richtig bequem, daher sind wir heute morgen gleich zu Declathon gefahren und haben eine warme Schlafdecke gekauft. Auf dem Weg zum Declathon habe ich mich, gemeinsam mit meinen Eltern, über die Ampelschaltung aufgeregt. Das ist wirklich nervig an Frankreich. Dafür gibt es überall Busspuren. Das gefällt mir und Deutschland wird irgendwie immer rückständiger – warum kann es in Köln keine Busspuren geben?Nachdem wir im Declathon waren, gingen wir noch in einen Hypermarche namens Auchen. Hypermarche ist übrigens eine Vokabel, die Mama gelernt hat, daher kannte sie sich aus ;-). Wir kauften vor allem Bier und Wein und meine Eltern waren ganz fasziniert von den 1 Liter Bierflaschen und den günstigen Wein-Preisen. Dann erst fuhren wir in die Altstadt von Avignon und wir hatten gleich doppelt Glück: wir fanden einen Parkplatz und die Sonne kam heraus.Da Papa mich aktuell nicht tragen kann, musste ich die ganze Zeit laufen – insgesamt fünf Kilometer, denn wir parkten am Rande der Altstadt, direkt an der Stadtmauer. Zuerst gingen wir zur Markthalle und kauften einige Delikatessen für das Mittagessen. Es gab Tarte, Pastette, Olivenbrot und ein Käsebaguette. Lecker. Wir sind große Fans von Märkten und haben uns sogar ohne Französischkenntnisse durchgeschlagen – mit dem Wort Hypermarche kommt man schließlich nicht weit. Anschließend wanderten wir zum Palast der Päpste und zur Brücke von Avignon. Wir konnten sogar kostenlos die Stadtmauer betreten und hatten von dort einen herrlichen Blick auf den Fluss und die Stadt.Anschließend gingen wir zurück zum Auto und fuhren zum Campingplatz. Dort war es sonnig, aber windig. Mama und ich unternahmen noch einen kleinen Spaziergang während Papa kochte und dann gingen wir auch ins Auto, denn es war doch etwas frisch draußen, so ohne Sonne und mit Wind.