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Tag vier: Ausflug in die Provence

Heute haben wir einen Ausflug in das Hinterland unternommen, Mama und Papa hatten dazu mehrere Dokumentationen gesehen und Mama wollte unbedingt nach Fontaine de Vacluse. Dort sollte es nämlich eine traditionelle Papiermühle geben, die noch heute Papier mit Hilfe von Wasserkraft herstellt. Außerdem entspringt dort der Fluss Sorgue in einer Karstquelle. Mama hat versucht uns das zu erklären, aber sie ist gescheitert und hat wohl im Grundstudium Geographie nicht gut genug aufgepasst.Die Nacht im Campster war übrigens wieder sehr kalt. Wir hatten zwar mittlerweile einen Schlafsack mehr, aber dennoch haben wir die Kälte in der Nacht etwas unterschätzt. Wir haben zum Glück einen kleinen Heizstrahler von Uroma, den wir morgens anmachen, wenn wir im Campster frühstücken. Ich bin übrigens ein großer Fan von französischen Croissants und habe – haltet euch fest – gleich zwei ganze Croissants verdrückt, und das obwohl mir die Toiletten in Frankreich definitiv nicht zusagen.Anschließend fuhren wir los. Leider mussten wir wieder mitten durch Avignion und als wir Fontaine de Vacluse erreichten war es noch immer richtig kalt. Wir gingen deshalb ausgerüstet mit Winterjacken in das kleine Bergdorf und besichtigten erst die Karstquelle und dann die Papiermühle. Zusammenfassend ist Fontaine de Vacluse eine Reise wert. Es ist ein wunderschönes Dorf und im Sommer soll die Karstquelle auch mehr Wasser tragen. Wir konnten dafür richtig in den Felsen herumklettern, denn die Quelle hatte kaum Wasser. Der Klimawandel ist einmal mehr sichtbar.Danach fuhren wir weiter nach Gordes, eines der schönsten Dörfer Frankreichs und dies kann ich nur bestätigen. Dummerweise stritten sich Mama und Papa erst einmal und das an einem Ort mit grandioser Aussicht und bei Sonnenschein. Ich habe keine Ahnung, warum sie stritten. Zum Glück haben sie sich bald wieder vertragen und wir konnten das Dorf und seine tolle Lage genießen. Wir aßen noch Eis und trafen auf der französischen Toilette mit Klobrille eine Amerikanerin aus New York. Sie schimpfte erst einmal über Trump und über den Brexit, bevor sie feststellte, dass ich einen Pullover mit der Aufschrift NYC (New York City) trug. Mama ist ja ein großer New York Fan und kleidet mich gerne diesbezüglich ein. Die Frau war ganz verzückt von meinem Pullover und lud mich gleich nach New York ein. Einmal mehr zeigt sich, wie nett Amerikaner doch sind! Mama hat ihr auch gleich erzählt, dass ich bereits in den USA war: da ist die Frau beinahe ausgeflippt vor Begeisterung und hat es erst einmal der Kanadierin hinter sich in der Kloschlange erzählt.Am frühen Nachmittag fuhr uns Mama zurück zum Campingplatz. Papas Rücken geht es zwar besser, aber langes Sitzen und Autofahrten sind weiterhin nicht gut für ihn. Wir kommen aktuell also nicht nach Hause und ich werde daher Papas Chef, Mamas Chefin und meinem Kindergarten eine Mail schreiben und und für die nächsten acht Wochen entschuldigen. Weihnachten planen wir dann die Rückkehr nach Deutschland. Ich denke, dies ist realistisch!Am Abend unternahmen wir noch ein richtiges Abenteuer. Wir fuhren im Dunkeln mit unseren Fahrrädern zum Pont du Gard. Es war wirklich stockdunkel und auch ein bisschen unheimlich. Dennoch lohnte sich die Aussicht, denn der Pont du Gard war beleuchtet und wechselte sogar die Farbe. Wir fragten uns allerdings ein weiters Mal wo all die Touristen geblieben sind, denn wir waren quasi alleine???? Falls ihr die Einsamkeit liebt, fahrt im Herbst nach Südfrankreich…

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