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Mama und ihre Füße

Oh nein, Mama hat sich den großen Zeh gebrochen. Daher schreibe ich auch erst heute, denn gestern musste ich sie natürlich liebevoll pflegen und mich um sie kümmern.

Es ist folgendermaßen passiert: wir hatten Besuch von Mamas Freundin und deren Kind. Das Kind wollte Wimmelbücher haben und Mama ist dann in mein Zimmer gegangen, um die Bücher zu holen. Auf dem Rückweg ist sie auf der Treppe gestolpert und irgendwie dumm gefallen. Sie kann sich selbst nicht daran erinnern, aber da sie keine Stoppsocken anhatte, ist sie wohl ausgerutscht. Es tat weh, denn Mama war danach sehr komisch. Sie ist immer komisch, wenn sie schlimme Schmerzen hat. Mama nahm erst einmal eine Schmerztablette und wir beschlossen abzuwarten. Irgendwie ist es ja peinlich, mit einem schmerzhaften Zeh in die Notaufnahme zu fahren.

Am Abend bekamen wir noch Besuch von einem Kollegen von Mama, der sehr nett war. Er hat eine Klasse mit Mama und Mama wollte sich für die nette Restaurant-Einladung auf der Klassenfahrt revanchieren. Da die Schmerzen aber auch in der Nacht und am Sonntag nicht besser wurden, beschlossen wir heute morgen die Tageswanderung abzusagen. Mama fuhr daher mit dem Fahrrad zum Frechener Krankenhaus (Autofahren geht nämlich nicht, weil der geschwollene Fuß nicht richtig in den Schuh passte) und Papa und ich unternahmen unsere Kölnwanderung. Die machen wir immer, wenn es Mama nicht gut geht und hat schon Tradition. Das letzte Mal sind wir sie gewandert als Mama eine Mandelentzündung hatte.

Mama hatte übrigens großes Glück und sie musste nur zwanzig Minuten warten. Sie wurde dann von einem Red Bull trinkenden Assistenzarzt behandelt, der ihr Schmerzmittel aufzwingen wollte und ganz verwirrt war, dass sie keine nehmen wollte. Der Arzt war aber sehr nett und verkündete ihr nach dem Röntgen, dass der große Zeh doch tatsächlich gebrochen sei. Mama möchte übrigens, dass ich noch erwähnen soll, dass der Arzt gesagt habe, dass Zehbrüche zu den schmerzhaftesten Brüchen gehören. Mama hat also einen sehr schmerzhaften Bruch.

Dann kam noch der Chefarzt und beide Ärzte verschrieben Mama einen speziellen Schuh, da Mama keinen Gips wollte. Ich befürworte das sehr, denn mit einem Gips könnte Mama vier Wochen gar nicht laufen. Jetzt kann Mama wenigstens vier Wochen humpeln. Allerdings müssen wir die Daumen drücken, dass der Bruch gut heilt und kein Gewebe betroffen ist. Das konnte man nämlich durch die Schwellung nicht erkennen. Mama ist dann wieder mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Das geht wohl. Der Schuh ist dafür ziemlich bescheuert aus und ich frage mich, wie Mama damit durch die Schule humpeln soll. Es sieht nicht nur doof aus, sie ist auch noch sehr langsam!

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